Kartoffelanbau aus Tradition

Der Kartoffelhof Gortner ist ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb in der Westpfalz am Rande der Sickinger Höhe. Seit Generationen ist der Kartoffelanbau für uns ein wichtiger Betriebszweig. Schon vor 1900 wurden die Kartoffeln zur Schnapsherstellung in der eigenen landwirtschaftlichen Verschlussbrennerei in "größerem Stil" von damals 3ha angebaut. Als im Jahr 2013 das Bundesmonopolrecht aufgelöst wurde, sahen wir uns nach Einkommensalternativen um. Die Speisekartoffelproduktion bot sich an, da der komplette Maschinenpark für den Anbau vorhanden war.

Die örtlichen Bodenverhältnisse und das Mittelgebirgsklima sind für den Qualitätsspeisekartoffelanbau sehr gut geeignet. Die Kartoffeln wachsen langsam ohne Thermovlies und Beregnung in teils mageren, flachgründigen Buntsandsteinböden, teils in lehmigen Sanden auf. Durch die lange Wachstumsphase bilden sie einen besonders aromatischen Geschmack aus, der sich je nach Witterung und Boden verändern kann.

Als "Partnerbetrieb Naturschutz" in Rheinland-Pfalz wissen wir um unsere Verantwortung für die dauerhafte Erhaltung der Lebens- und Artenvielfalt unserer Region. Integrierter Pflanzenschutz gehört selbstverständlich zur guten fachlichen Praxis. Der Einsatz von chemischen Mitteln wird so niedrig wie möglich gehalten. So erfolgt die Unkrautbekämpfung ohne Herbizide und wird mit der Hackmaschine durchgeführt. Die Kartoffelkäfer werden in der Regel biologisch bekämpft. Unsere Kartoffeln reifen ohne chemische Krautabtötung natürlich auf dem Acker aus und werden ohne keimhemmende Mittel eingelagert.

Jedes Jahr bauen wir auf etwa 10 ha Fläche Kartoffeln an. Das Sortenspektrum umfasst mit Annabelle und Belana (festkochend), Marabel und Concordia (vorwiegend festkochend) sowie Augusta und Talent (mehlig kochend) alle Kocheigenschaften. Wir probieren immer neue Sorten aus, um auch in Zukunft gute Qualität und Geschmack zu gewährleisten.

Auf unseren Äckern gedeihen nicht nur Kartoffeln. Zwischenfrüchte werden zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Erhaltung der Biodiversität angebaut. Getreide und Mais zur Biogasgewinnung ergänzen die Fruchtfolge. Wald und Wiesen werden extensiv genutzt. Dem Betrieb ist ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzelheizung angegliedert. Solarpaneele bedecken die Dachflächen und tragen so zu einer umweltfreundlichen Energiegewinnung bei.